Führungskraft statt Führungskräfte: Workshop an der Hochschule St. Gallen

Führungskraft statt Führungskräfte: Workshop an der Hochschule St. Gallen

Führungskraft statt Führungskräfte: Workshop an der Hochschule St. Gallen 895 568 Randolf Jessl

Der Lockdown war gerade aufgehoben – und dieser von Randolf mit Spannung erwartete Workshop konnte von Angesicht zu Angesicht an der Hochschule St. Gallen stattfinden. Einen intensiven Tag lang diskutierten die 14 HR Executives, die den CAS in HR Value Creation 2020 belegten, über Führung und Organisation in einer vernetzten Welt. 

In drei größeren Blöcken näherte sich die Gruppe den Änderungen, die eine zunehmend vernetzte, von komplexen Herausforderungen sowie von neuen Werthaltungen bestimmte Arbeitswelt mit sich bringen. Es ging um Fragen von

  • Leadership Emergence: Wie schälen sich in einer zunehmen auf Selbstorganisation und Augenhöhe ausgerichteten Arbeitswelt Führungsrollen und Führungspersönlichkeiten heraus?
  • Leadership Development: Wie verändert sich dadurch, wie Führungskompetenzen gefördert und ausgebildet werden? Welche Rolle kann die Personalfunktion dabei spielen?
  • Leadership in Action: Wie gestaltet sich das Führen und Folgen ganz praktisch im Alltag, wenn die Führungsrolle nicht mehr automatisch an formalen Positionen hängt?
Drei Thesen zum Führen und Folgen heute

Drei den Lesern dieses Blogs bekannte Thesen hatte Randolf dafür im Gepäck:

  • Jede*r kann Autorität sein! Jede*r soll Autorität sein!
  • Führungskraftentwicklung muss Breitensport werden!
  • Jede*r muss führen und folgen. Können und Dürfen!

Die Gruppe hat sie Schritt für Schritt für ihre Unternehmen mit Inhalt gefüllt. Das vor allem vor dem Hintergrund, dass die von Randolf so genannte „90-Grad Wende in Fragen von Führung und Autorität“ eher eine Frage der Kalibrierung als eine des Schalter-Umlegens ist.

Die 90-Grad Wende in Sachen Führung und Autorität

Es geht bei dieser Wende nicht – wie viele Evangelisten einer „new work“ predigen – um die radikale Umstellung eines hierarchischen, Top-Down-Ansatzes in der Führung auf einen eher vertikalen Ansatz, wo Menschen sich auf Augenhöhe begegnen und der- oder demjenigen folgen, die/der einen Vorsprung an Wissen, Ideen, Erfahrung oder Leidenschaft hat.  Vielmehr gilt es, Praktiken des Führens und Folgens, Regeln der Zusammenarbeit sowie Fragen der Organisation an die Anforderungen der Umwelt und die Fähigkeiten und Bedürfnisse einer Gruppe anzupassen.

Absprachen und Aussprachen zur Zusammenarbeit

Veranschaulicht und geübt haben die Teilnehmer dies unter anderem mithilfe des Kartenspiels „Giggen“, das Randolf zusammen mit Hermann Arnold und Jakob Hinrichs dieser Tage in einer überarbeiteten Version bei Haufe an den Start bringt. Es unterstützt Gruppen dabei, Ab- und Ansprachen rund um vier verschiedene Formationen von Führung und Zusammenarbeit zu treffen: Diese sind

  • Die Formation „Frontfrau/ -mann“, in der eine dominante Führungsperson Anweisungen gibt und Entscheidungen trifft
  • Die Formation „Orchester“, in der eine Dirigent*in ausgewiesene Könner koordiniert und Führung und Entscheidungen zeitweilig auch delegiert
  • Die Formation „Band“, in der Führungsaufgaben je nach Kompetenz unter den Band-Mitgliedern verteilt sind
  • Die Formation „Jazz Combo“, in der Führung in einer eingegroovten Gruppe nahtlos nach eingeübten Spielregeln von einer Person auf die andere übergeht
Der St. Galler Appell

Zum Abschluss des intensiven Tages trugen die Teilnehmer*innen noch ihre Überlegungen und Erkenntnisse in einem „St. Galler Appell zu Führung und Organisation in einer vernetzten Welt“ zusammen. Die dort niedergeschriebenen Vorhaben dürften einiges in den fraglichen Unternehmen in Bewegung bringen. Bei Randolf wirkte der Tag noch Wochen nach.

 

 

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