Dominieren oder Dienen? – Kolumne Nr. 16

Dominieren oder Dienen? – Kolumne Nr. 16

Dominieren oder Dienen? – Kolumne Nr. 16 959 636 Randolf Jessl

Was macht Führungskräfte erfolgreich? Selbstlos agieren wie Mutter Teresa? Oder doch lieber Härte und Eigennutz zeigen, wie es Machiavelli lehrte? Mit dieser Frage hat sich Randolf in seiner neuen Haufe-Kolumne zum Führen und Folgen befasst. Sein Fazit: Es kommt auf den Kontext an. Führe ich in einer „vertikalen“ oder in einer „horizontalen Welt“?

Ausgelöst hat diese Kolumne der Hype um den „servant leader“. Dieses Konzept besagt, dass erfolgreiche Führungskräfte sich selbst zurücknehmen und sich ganz in den Dienst des Teams stellen. Doch garantiert das wirklich den Erfolg?

In der Literatur finden sich Argumente dafür und dagegen. Am deutlichsten auf die Seite des Renaissancegelehrten Machiavelli stellt sich die Managementkoryphäe Jeffrey Pfeffer. Dem Stanford-Professor zufolge machen unerbittliches Machtstreben, politisches Geschick und hartes Durchsetzungsvermögen erfolgreiche Leader aus.

Doch es gibt auch die gegensätzliche, nicht minder empirisch gut begründete Sicht. Sie wird von Adam Grant vertreten, dem angesagten Organisationspsychologen der Wharton Business School. In seinem Bestseller „Give and Take“ zeigt Grant auf: Großzügigkeit, Bescheidenheit und Selbstlosigkeit zahlen sich aus. In jeder Lebenslage – aber auch und besonders für Menschen, die führen.

Jeffrey Pfeffer versus Adam Grant

Beide Arten, an eine Führungsaufgabe heranzugehen, bringen sehr unterschiedliche Verhaltensweisen und Einstellungen mit sich. Welche das sind, stellt Randolf in seiner Kolumne gegenüber. Aber wann ist welche Führungsphilosophie geboten? Randolf wägt ab.

„Wer in Hierarchien aufsteigen und über andere bestimmen will, sollte Pfeffer lesen.“

„Er ist die Instanz für die vertikale Führungswelt und wie man in ihr Karriere macht“, heißt es in der Kolumne. Doch es gibt auch eine andere Welt.

„Wer auf Augenhöhe andere für seine Sache gewinnen muss, fährt mit Grant besser.“

Sein Buch ‚Geben und Nehmen‘ habe das Zeug, die Bibel der horizontalen Führungswelt zu werden.

Was unterscheidet die vertikale von der horizontalen Führungswelt?

Um die eine von der anderen Welt zu unterscheiden, bietet sich ein Rückgriff auf die Spieltheorie an. In der vertikalen Welt reagiert das Nullsummenspiel. Was der eine bekommt, kann der andere nicht haben. In der horizontalen Welt dagegen ist genau dieses Nullsummenspiel ausgehebelt. Erfolge lassen sich nur gemeinsam erringen. Geht es einem gut, geht es allen gut. Ein Win-Win lässt sich nicht auf Kosten des anderen erzielen.

Aber Vorsicht: Beide Welten existieren, beide Welten haben ihre Berechtigung. Der „servant leader“ habe durchaus Zukunft, sofern sie oder er in der horizontalen Welt wirkt, schreibt Randolf. Ist man aber in horizontalen Welten unterwegs, „lohnt es weiterhin, sich mit Machiavelli und Jeffrey Pfeffer zu beschäftigen“.

Zur Kolumne „Führung zwischen Machiavelli und Mutter Teresa“ geht es hier lang.

 

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