Viel beachtete ddn-Studie: Wann die Deutschen in Rente gehen wollen

Viel beachtete ddn-Studie: Wann die Deutschen in Rente gehen wollen

Viel beachtete ddn-Studie: Wann die Deutschen in Rente gehen wollen 1156 674 Randolf Jessl

Das Thema demografische Wandel klingt abstrakt, für manche auch bedrohlich. Damit es zugänglicher wird und in das Bewusstsein rückt, haben wir gemeinsam mit Das Demographie Netzwerk e.V. (ddn), dem Marktforschungsinstitut Civey und Wissenschaftler:innen aus dem ddn-Netzwerk eine Bevölkerungsumfrage entwickelt. Die Ergebnisse der Erhebung machen schnell klar, wie die demografischen Herausforderungen unseren Alltag beeinflussen.

Ins Zentrum der Erhebung haben wir vier Fragen gestellt:

  • Wenn Sie es sich frei aussuchen könnten: In welchem Alter würden Sie in Rente gehen?
  • Wenn Sie im regulären Alter in Rente gehen: Würde Ihnen Ihr Geld Ihrer Einschätzung nach ausreichen?
  • Bis zu welchem Alter fühlen sie sich körperlich wie geistig fähig zu arbeiten?
  • Was müsste sich bei Ihrer Arbeit ändern, damit Sie länger arbeiten wollen?

Spannend ist es, die Antworten nach den soziodemografischen Charakteristika der Befragten zu analysieren. Das Umfragetool des Markt- und Meinungsforschungsinstitut Civey aus Berlin ermöglicht es, die Antworten nach 12 solcher Faktoren aufzuschlüsseln. Folgende Ergebnisse traten zutage.

Die Ergebnisse im Einzelnen

ddn-Umfrage 2021: Rente

Über die Hälfte der 2.500 online Befragten wünscht sich, mit spätestens 63 Jahren in den Ruhestand zu gehen. Mit steigendem Lebensalter nimmt auch die gewünschte Altersgrenze zu, jedoch will nur jede:r Achte bis zum aktuellen gesetzlichen Renteneintrittsalter von 67 Jahren arbeiten.

Das wohl größte Problem des regulären Renteneintrittsalters ist eine finanzielle Not. 51,7% der Befragten gehen davon aus, dass das Geld nicht reichen wird. Eine besorgniserregende Lücke herrscht zwischen Frauen (62%) und Männern (42%) sowie Arbeiter:innen (75%), leitenden Angestellten (42%) und Beamten (30%).

ddn Civey-Studie 2021: Rente

Auch geben knapp 75% der Befragten an, geistig und körperlich nicht bis 67 oder länger arbeiten zu können. Über die Hälfte empfindet sogar 65 Jahre als unrealistisch. Eine Aufteilung der Ergebnisse nach beruflicher Stellung zeigt, dass sich die Angaben auch stark unterscheiden können: Während 90% der Arbeiter:innen die Grenze bei 65 Jahren setzen, würden knapp 25% der Akademiker:innen auch nach 69 noch weiterarbeiten können.

Um länger arbeiten zu können, wird am häufigsten die Verminderung von „körperliche[r] Belastung“ (40%), flexiblere Arbeitszeiten (34%) und „mehr Gehalt“ (33%) gewünscht. Auffallend: Jüngere Befragte geben eher finanzielle Aspekte an, über ein Viertel der Erwerbstätigen ist für keine der acht Optionen als Verlängerungsanreiz offen.

Involvierte Wissenschaftler:innen

Bei der Konzeption der Umfrage und ihrer Auswertung wirkten mehrere Expert:innen mit.

  • Julia Finsel, Doktorandin im Bereich Wirtschaftspsychologie an der Leuphana Universität Lüneburg
  • Prof. Dr. Jürgen Deller, Professor für Wirtschaftspsychologie an der Leuphana Universität Lüneburg
  • Prof. Dr. med. Hans Martin Hasselhorn, Leiter des Fachgebiets für Arbeitswissenschaft an der Bergischen Universität Wuppertal
  • Dr. phil. Dipl.-Psych. Melanie Ebener, Fachgebiet Arbeitswissenschaft an der Bergischen Universität Wuppertal
Große Medienresonanz

Nach Abschluss der Erhebung haben wir die Ergebnisse für die Medien aufbereitet und gezielt in Redaktionen platziert. Unter anderem berichteten die Süddeutsche Zeitung (hier ergänzt um einen eigenen Kommentar von Alexander Hagelüken) und das Handelsblatt. Auch auf Social Media wurden unsere Ergebnisse vielfach aufgegriffen. Das Thema ist gesetzt – und wir werden gemeinsam mit unseren Partnern an ihm dranbleiben.

Das Demographie Netzwerk e.V. (ddn)

Das Demographie Netzwerk e.V. (ddn) verknüpft Mitglieder aus Unternehmen und Institutionen, um Austauschmöglichkeiten rund um Themen der Demografie, Digitalisierung, Diversity und Führung anzubieten. Das Netzwerk strebt an, den demografischen Wandel durch neue Ansätze und Ideen als Chance zu nutzen. Auch Forschungsprojekte und der Deutsche Demografie Preis ddp gehören zu den Angeboten des ddn.

Weitere Ergebnisse der Studie finden Sie unter:

https://demographie-netzwerk.de/aktuelles/neue-befunde-zum-ddn-demographie-index/

 

 

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