Lehrstück Trump – Kolumne Nr. 23

Lehrstück Trump – Kolumne Nr. 23

Lehrstück Trump – Kolumne Nr. 23 1045 739 Randolf Jessl

Ist Trump ein Leader, hat er Autorität? Damit befasst sich Randolf in seiner aktuellen Haufe-Kolumne. Geschrieben am Wochenende vor der aufreibenden Wahl. Sein Fazit:  Natürlich ist Trump ein Leader, wenn auch ein schlechter. Aber seine Autorität steht auf wackligen Füßen – was sich in der Folge live verfolgen ließ.

Das war ein echter Krimi. Und wie er ausgehen würde, war am 2. November, als Randolf diesen Text der Haufe-Redaktion übersandte, nicht abzusehen. Zu klar war, dass Trump/Pence gegen Biden/Harris ein knappes Rennen würde – und dass es erst nach Auszählung der Briefwahlstimmen entschieden sein würde.

Drei Lektionen für zeitgemäße Führung

Aber was sich zu diesem Zeitpunkt schon bilanzieren ließ, war, wo Trumps Stärken und Schwächen als Führer eine der mächtigsten Nationen der Erde liegen. Randolf zieht vier Lehren aus dem Beispiel Trump mit Blick auf gute, zeitgemäße Führung.

  1. Die Nutzung neuer Medien wie Twitter generiert einem Leader im Wortsinne Follower und hält sie bei Laune. Aber diese Medien dazu einzusetzen, die Menschen im eigenen Verantwortungsumfeld zu spalten, ist nicht zur Nachahmung empfohlen.
  2. Durchregieren, wie es Trump gerne würde, ist in unserer immer noch freiheitlich gesinnten Gesellschaft selten und schwer möglich. Führungspersönlichkeiten müssen sich aufs Überzeugen verstehen.
  3. Autorität fußt eben nicht allein auf Habitus, wie ihn Trump mit Kraftmeierei und Verve in Szene setzt. Sie zehrt auch nicht allein vom Status, wie es das Amt des Präsidenten mit sich bringt. Nein. Um als Autorität anerkannt zu werden, braucht es auch wahrgenommene Kompetenz – im Falle eines Präsidenten, das Land zu führen und zu erreichen, was man sich auf die Fahne geschrieben hatte („make America great again“).
  4. Und zu guter Letzt bröckelt Autorität dann, wenn Erfolge ausbleiben. In unserem Praxismodell ist das der Kern jeder Autorität und heißt „Potenz“. Ein Präsident, der sich aufplustert, aber nichts erreicht und nichts mehr erreichen kann, endet als Clown. Und als solcher haben ihn seine Kontrahenten auch zunehmend bezeichnet. Ein Video treibt diese nicht ungerechtfertigte Polemik auf die Spitze (This hilarious Donald Trump video is the perfect farewell to the so-called president – The Poke).

Trumps Stärke ist eine Gefahr

Dennoch ist und bleibt eine Stärke Trumps nicht zu unterschätzen: die, sich durchzusetzen. Koste es, was es wolle. Psychologen wie die eigene Nichte Mary Trump führen das auf narzisstische und psychopathische Persönlichkeitszüge zurück. Und Trump ließ diese Züge ein letztes Mal mit Eifer aufblitzen. Doch ohne Erfolg.

Randolfs Fazit in dieser Kolumne lautet daher:

Trumps Entschlossenheit und Skrupellosigkeit, sich im Wettbewerb durchzusetzen, sind ohne Frage in Macht- und Wahlkämpfen hilfreich. Die Lösung komplexer Probleme in der Regierungsarbeit, der Aufbau von tragfähigen Beziehungen zu Menschen, die mit eigener Expertise und eigenem Kopf seiner Mission dienlich sein können, die Schaffung von Gemeinschaft, die sich um eine Vision und nicht seine Person bildet, sind und bleiben seine Sache nicht.

Trump ist daher das beste Beispiel, wie vergänglich und gefährlich eine Autorität ist, die nur auf Macht und Stärke setzt. Trumps Vermächtnis ist die Erkenntnis, wie sehr unsere Welt genau das Gegenteil braucht. In unserer Studie „Wem folgt Deutschland“ („Wem folgt Deutschland?“ – Unsere Studie zu Autorität ist da – Auctority) nennen wir das die „autoritative“ Spielart von Autorität. Die Zeichen stehen gut, dass das Duo Biden/Harris hierfür ein Lehrstück abgeben werden.

 

Die Kolumne lesen Sie hier: Kolumne Leadership: Was uns Trump in Sachen Führung lehrt | Personal | Haufe

 

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