Autorität jenseits der Hierarchie? Unser Auftakt in „managerSeminare“

Autorität jenseits der Hierarchie? Unser Auftakt in „managerSeminare“

Autorität jenseits der Hierarchie? Unser Auftakt in „managerSeminare“ 1147 645 Randolf Jessl

Die Zeitschrift managerSeminare würdigt unser Konzept und unsere Neugründung in ihrem Novemberheft. Sie stellt das Projekt „Auctority“ damit in ein Umfeld, das idealer nicht sein könnte. Die sehr gelungene Ausgabe hat den Titel „Das Ende der Hierarchie?“ Die Frage führt geradewegs ins Zentrum unserer Anliegen.

Schon im Editorial wirft Chefredakteurin Nicole Bußmann eine Frage auf, die auch uns bewegt: Welche Organisationskonzepte führen dazu, „diejenigen in Führung zu bringen, denen andere auch folgen wollen.“ Es ist ein Anspruch, der in klassischen Machtstrukturen und Rangordnungen oft gar nicht erhoben wird. In diesen Organisationen muss gefolgt werden. Die Antwort der Titelstrecke lautet: Ein Weg zu solch freiwilliger Gefolgschaft sind agile Organisationskonzepte, in denen sich „informelle Hierarchien“ herausbilden. Doch die haben Vor- und Nachteile, die ausbalanciert gehören. Die Titelstrecke der Ausgabe geht dem fundiert auf den Grund.

Folgen, nur weil jemand mehr weiß? Aber ja doch!

Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang die Position des Sturmgeschützes der akademischen Systemtheorie, Professor Stefan Kühl. Der Organisationssoziologe von der Universität Bielefeld fragt in der Titelgeschichte provozierend: „Warum sollte man die Führerschaft von jemandem anerkennen, nur weil er sich besser auskennt? Das ist utopisch, wenn nicht formale Macht dahinterliegt.“ Wir sagen: Nein, das ist nicht utopisch, sondern gelebte Praxis. Heute mehr denn je. Erfahrungen in selbstorganisierten Teams, aber auch erfolgreiche Bewegungen („movements“), die sich um „Vordenker“ scharen, legen hiervon Zeugnis ab.

Ouishare: Autorität beruht auf Kompetenz und Engagement

Was die Praxis anbelangt, wird der Gegenbeweis zu Professor Kühls These im selben Artikel angetreten. So berichtet David Weingartner, Connector und Coordinator für die deutschsprachige Community des Netzwerks für Nachhaltigkeitsprojekte Ouishare: „Wenn jemand ein Projekt vorstellt, Erfahrung einbringt oder besonders viel Engagement und Interesse zeigt, gewinnt er damit automatisch Autorität.“ Und sie oder er schart „Follower“ um sich. Schöner könnte man unsere Überzeugung nicht paraphrasieren, die wir am liebsten in den Worten des Publizisten und Organisationsforschers Cyril Northcote Parkinson widergeben: „Effective authority is not based on privilege, but on more knowledge, effort and energy!“. Darum gilt es für uns, diese Art von Autorität nach Kräften zu fördern: mit Mitteln der Kultur- und Organisationsentwicklung in Unternehmen, mit Maßnahmen der Kommunikation auf Märkten und in der Öffentlichkeit.

„Wenn jemand ein Projekt vorstellt, Erfahrung einbringt oder besonders viel Engagement und Interesse zeigt, gewinnt er damit automatisch Autorität.“ – David Weingartner, Ouishare

Robert Cialdini: Expertise verschafft Einfluss

Und als wäre das Titelthema noch nicht der Bestätigung genug, findet sich im selben Heft noch ein Beitrag von Robert Cialdini. Der heute emeritierte Psychologieprofessor von der Arizona State University hatte bereits in seinem Klassiker „Die Psychologie des Überzeugens“ herausgearbeitet, wie Expertise und die damit verbundene Glaubwürdigkeit dazu führt, dass eine „anerkannte Autorität“ Einfluss auf Menschen bekommt. In seinem neuen Buch „Pre-Suasion“ (Campus Verlag) geht er den Mechanismen, die dazu führen, dass andere folgen, weiter auf den Grund.

Deshalb: Die Ausgabe der managerSeminare November 2017 lohnt unbedingt zu lesen – der Beitrag zu Idee und Konzept rund um „Auctority“ findet sich dort auf Seite 15.

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